Wer unterschrieb 1990 den einigungsvertrag

Der wichtigste Verbündete waren die Vereinigten Staaten. Obwohl einige hochrangige amerikanische Beamte eine schnelle Vereinigung ablehnten, unterstützten Außenminister James A. Baker und Präsident George H. W. Bush Kohls Vorschläge nachdrücklich und entschieden. [31] [32] [33] Das Tempo der Ereignisse überraschte die Franzosen, deren Außenministerium im Oktober 1989 zu dem Schluss gekommen war, dass die Wiedervereinigung “zum jetzigen Zeitpunkt nicht realistisch erscheint”. [39] Ein Vertreter des französischen Präsidenten Francois Mitterrand soll einem Mitarbeiter Gorbatschows gesagt haben: “Frankreich will keinesfalls die deutsche Wiedervereinigung, obwohl es erkennt, dass es am Ende unvermeidlich ist.” [34] Auf dem Gipfel in Straßburg diskutierten Mitterrand und Thatcher über die Fließfähigkeit der historischen Grenzen Deutschlands. [29] Am 20. Januar 1990 sagte Mitterrand Thatcher, ein vereintes Deutschland könne “mehr Boden schaffen als selbst Hitler hatte”. [37] Er prophezeite, dass “schlechte” Deutsche wieder auftauchen würden[36], die versuchen könnten, das nach dem Zweiten Weltkrieg verlorene ehemalige deutsche Territorium zurückzuerobern[35] und wahrscheinlich Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei dominieren würden, so dass “nur Rumänien und Bulgarien für den Rest von uns” übrig bleiben würden. Die beiden Staats- und Regierungschefs sahen jedoch keine Möglichkeit, die Wiedervereinigung zu verhindern, denn “niemand von uns wollte Deutschland den Krieg erklären”. [29] Mitterrand erkannte vor Thatcher, dass die Wiedervereinigung unvermeidlich war, und passte seine Ansichten entsprechend an; Im Gegensatz zu ihr war er zuversichtlich, dass die Teilnahme an einer einheitlichen Währung[35] und anderen europäischen Institutionen ein vereintes Deutschland kontrollieren könnte.

Mitterrand wollte aber weiterhin, dass Thatcher sich öffentlich gegen die Vereinigung ausspricht, um mehr Zugeständnisse von Deutschland zu erhalten. [36] Die Wiedervereinigung führte jedoch zu einem starken Anstieg des durchschnittlichen Lebensstandards in der ehemaligen DDR und zu einer Stagnation im Westen, als 2 Billionen Dollar an öffentlichen Ausgaben nach Osten transferiert wurden. [63] Zwischen 1990 und 1995 stiegen die Bruttolöhne im Osten von 35 % auf 74 % des westlichen Niveaus, während die Renten von 40 % auf 79 % stiegen. [64] Auch die Arbeitslosigkeit erreichte das Doppelte des westlichen Niveaus. Westdeutsche Städte nahe der neuen Grenze von Ost- und Westdeutschland verzeichneten einen unverhältnismäßigen Verlust des Marktzugangs im Vergleich zu anderen westdeutschen Städten, die von der Wiedervereinigung Ostdeutschlands nicht so stark betroffen waren. [65] Das praktische Ergebnis dieses Modells ist, dass die nun erweiterte Bundesrepublik Deutschland die alten Westdeutschen Sitze bei den Vereinten Nationen, der NATO, den Europäischen Gemeinschaften und anderen internationalen Organisationen geerbt hat. Sie war auch weiterhin Partei aller Verträge, die die alte Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung unterzeichnete. Das in der Bundesrepublik in Kraft getretene Grundgesetz und das gesetzgebende Recht in der satzungsmäßigen Fassung blieben automatisch in Kraft, galten nun aber für das erweiterte Gebiet.

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